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Voice Search gehört auf die Agenda (jetzt aber wirklich)

Marken können das Thema Voice Search nicht länger ignorieren. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Die grösste Tech-Messe CES hat es Anfang Januar wieder gezeigt: Die Sprachassistenten von Amazon, Google & Co. werden uns künftig an alle möglichen und unmöglichen Orte begleiten.

Die Verbreitung von Alexa (Amazon), Google Assistent und Siri (Apple) – um nur die drei aktuell wichtigsten Player gemäss MarketWatch zu nennen – nimmt rasant zu, nicht nur über Millionen von Smartphones und Smart Speaker, sondern vermehrt auch integriert in Haushaltsgeräten, Autos und vielem mehr. Unabhängig davon, dass die Sprachsteuerung von Produkten eine immer grössere Rolle spielt, sollte sich jedes Unternehmen (spätestens jetzt) auch ernsthaft damit auseinandersetzen, welche Rolle die Sprachsuche (Voice Search) als Schnittstelle zu ihren (potenziellen) Kunden und als Touchpoint ihrer Marke in Zukunft spielt.

 

Voice Search auf der Überholspur

Obwohl Sprachassistenten wie Siri schon seit Jahren verfügbar sind, nimmt deren Nutzung erst jetzt richtig Fahrt auf. Die Suche per Spracheingabe geht schnell, ist einfach und funktioniert auch immer besser. Dieser Trend zur sprachbasierten Suche stellt Unternehmen vor zwei Herausforderungen: Zum einen wird der Wettkampf um die Top-Rankings bei den Suchergebnissen weiter zunehmen, da die Nutzer bei der Sprachsuche nicht mehr durch Ergebnislisten durchscrollen, sondern im Extremfall nur noch ein Ergebnis vorgelesen bekommen. Zum anderen ändert sich mit der Sprachsuche auch die Art, wie und in welchem Kontext die Menschen nach Informationen und Produkten suchen. Das heisst, Marken, die davon profitieren und nicht von schnelleren Konkurrenten abgehängt werden wollen, müssen umdenken und ihr digitales Angebot für die sprachbasierte Suche optimieren. Die Anforderungen an das SEO (Search Engine Optimization) steigen weiter und der Druck erhöht sich, «sprachfähig» in der digitalen Interaktion mit der Zielgruppe zu werden.  

 

Der beste Content im richtigen Kontext

Was ist anders beim SEO für Voice Search? Ein wesentlicher Unterschied ist, dass es beim SEO für die klassische Textsuche um die richtige Kombination relevanter Suchbegriffe (Keywords) geht, während beim SEO für die Sprachsuche die relevanten Fragen im Fokus stehen, die die Zielgruppe in den jeweiligen Situationen bewegen. Bei der Formulierung dieser Fragen (Longtail Keywords) orientiert man sich an der natürlichen Sprache und den klassischen W-Fragen: Wo finde ich…? Wie kann ich…? etc. Unternehmen, die ihr digitales Angebot für die Sprachsuche optimieren, müssen sich also intensiv damit auseinandersetzen, in welchem Kontext sich ihre Zielgruppe welche Fragen stellt und wie sich die Marke in diesem Kontext mit ihren Produkten und Inhalten optimal positionieren kann. Die Informationsangebote sollten dann so aufbereitet sein, dass sie von den Suchmaschinen als sprachoptimierte Inhalte erkannt und entsprechend hoch gerankt werden. Zum Beispiel kann man sich zunutze machen, dass Google Antworten auf spezifische Fragen als so genanntes Features Snippet direkt zuoberst seiner Suchergebnisse zeigt. Die Snippets extrahiert Google direkt aus der Website. Je besser und kompakter ein Thema oder eine konkrete Frage auf der eigenen Website erläutert werden – sei es als reiner Text Snippet oder kombiniert mit Bild oder Video –, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf ein hohes Ranking.

 

Begleiter auf der Customer Journey

Wer also seinen Kunden jederzeit mit dem passenden Rat oder Produkt zur Seite stehen will, sollte sich Klarheit über die relevanten Fragen und den Informationsbedarf in den unterschiedlichen Phasen der Customer Journey verschaffen. Auf dieser Basis sind die eigenen Touchpoints und digitalen Plattformen zu überprüfen, inwieweit sie diesen Bedürfnissen hinsichtlich Art und Aufbereitung der Inhalte gerecht werden. Sind die wichtigsten Fragen-Antworten-Szenarien abgedeckt? Sind entsprechend strukturierte Antworten ausreichend oder sollte die Interaktion durch einen Chatbot mehr in Richtung Dialog gelenkt werden? Kann man seiner Zielgruppe in einer zunehmend sprachgesteuerten Welt einen zusätzlichen Mehrwert bieten, indem man rund um die eigenen Produkte spezielle Skills für Alexa oder Google Actions entwickelt und so das eigene Terrain im Universum der smarten Sprachassistenten absteckt? Diese Fragen stellen sich nicht erst in Zukunft, sondern genau jetzt.

 

Fazit

Die Sprachsuche wird für viele Marken ein zentraler Zugang zu ihrer Zielgruppe werden. Sie wird sehr schnell immer besser funktionieren und die Suche in vielen Situationen einfacher machen. Auch wenn die Schweiz bezüglich der Verbreitung von Smart Speakern noch hinterher hinkt, werden Sprachassistenten auch hier omnipräsent sein. Darum gehören folgende Punkte auf die Agenda jeder Marketing- und Kommunikationsabteilung:

  • SEO für Voice Search als Priorität festlegen, um rechtzeitig die Chancen und den Handlungsbedarf zu erkennen.
  • Kundenverhalten analysieren und relevante Fragen entlang der Customer Journey identifizieren, um den jeweiligen Kontext und die geeigneten Inhalte zu definieren.
  • Content auf den digitalen Touchpoints an den identifizierten Bedürfnissen ausrichten (im Minimum die FAQs auf der Website ausbauen, sukzessive weiterentwickeln und Informationen auch aktuell halten).
  • Lesbarkeit für die sprachbasierte Suche sicherstellen, indem die Inhalte und Services entsprechend aufbereitet werden (Snippets, Skills/Actions etc.).
  • Und zu guter Letzt: Generell die nötige Performance der eigenen Websites gewährleisten, da hohe Ladegeschwindigkeiten bei der sprachbasierten Suche noch mehr an Bedeutung gewinnen.

 

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

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Consulting Director
Partner Wirz Gruppe

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