Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

Gleichstellung verhindert Gewalt

Übersicht verschiedener Kampagnenmotive und Anwendungen.

Von der Plattform zur Bewegung: Für das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) entwickelte Wirz einen integrierten Auftritt zur Prävention häuslicher, sexualisierter und geschlechtsbezogener Gewalt – übergreifend gedacht, klar in der Haltung und wirksam in der Ansprache.

Die Challenge

Häusliche Gewalt ist in der Schweiz weit verbreitet – und bleibt dennoch häufig verborgen. Über 21’000 registrierte Fälle pro Jahr, steigende Zahlen und eine hohe Dunkelziffer zeigen die gesellschaftliche Relevanz. Gleichzeitig ist das Thema geprägt von Scham, Unsicherheit und fehlender Orientierung. Die Herausforderung bestand darin, eine nationale Kampagne zu entwickeln, die früh ansetzt: nicht erst bei eskalierter Gewalt, sondern bei ihren Anzeichen. Eine Kommunikation, die sensibilisiert, ohne zu überfordern. Die erreicht, ohne zu stigmatisieren. Und die unterschiedliche Zielgruppen – von Betroffenen über ihr Umfeld bis hin zu potenziellen Tatpersonen – gleichermassen anspricht. Zugleich galt es, eine Plattform zu schaffen, die Information, Prävention und konkrete Hilfsangebote verständlich bündelt und niederschwellig zugänglich macht – in mehreren Sprachen und für unterschiedlichste Lebensrealitäten.

Verschwommene Silhouetten zweier Personen in einer angespannten Gesprächssituation.
Logo «Gleichstellung verhindert Gewalt» auf Farbverlauf.
Website zur Gewaltprävention mit Infos und Beratungsangeboten.
Plakat mit verschwommener Person und Text «Er wird sofort laut».
Werbeplakat zur Gewaltprävention an einer Bushaltestelle.

Der Nutzen

Ausgehend von der Leitidee «Gleichstellung verhindert Gewalt» entwickelte Wirz eine Kampagne, die den Fokus auf die Ursachen von Gewalt legt – insbesondere auf Machtungleichgewichte und Abhängigkeiten. Die Umsetzung arbeitet mit Alltagsszenen, die erste Anzeichen von Ungleichgewicht sichtbar machen. Statt expliziter Darstellungen setzt die Bildwelt auf Andeutungen, die zum Innehalten und Reflektieren anregen. So entsteht eine Ansprache, die respektvoll bleibt und gleichzeitig Wirkung entfaltet. Ergänzend dazu entstand mit ohne-gewalt.ch eine zentrale Plattform, die Information, Prävention und konkrete Hilfsangebote bündelt. Klare Nutzerführung, verständliche Sprache und ein zugängliches Design stellen sicher, dass Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen schnell auffindbar und relevant sind.


Website mit Informationen zu Gewaltformen und Unterstützung.
Elisabeth Baume-Schneider spricht bei Veranstaltung vor Kampagnenbanner.
Flagge mit Kampagnenlogo vor blauem Himmel.
Murat Yakin im Freien mit Kampagnenhinweis «Hol dir Rat und Hilfe».

Das Ergebnis​

Die Kampagne entfaltet ihre Wirkung im Zusammenspiel aller Elemente: aufmerksamkeitsstarke Motive im öffentlichen Raum führen in vertiefende Inhalte auf ohne-gewalt.ch, wo Orientierung, Wissen und konkrete Hilfsangebote zusammenkommen. So entsteht ein vernetzter Auftritt, bei dem einzelne Massnahmen gezielt ineinandergreifen und sich gegenseitig verstärken. Aufmerksamkeit wird nicht nur erzeugt, sondern weitergeführt – hin zu Verständnis, Einordnung und Handlung. Aus dieser Verbindung entwickelt sich eine Dynamik, die über klassische Kommunikation hinausgeht: ein kontinuierlicher Impuls, der sensibilisiert, den Dialog fördert und das Thema Schritt für Schritt stärker in der Gesellschaft verankert.

Mobile Website mit Infos zur Gewaltprävention und Hilfsangeboten.

Silber Public Value beim Best of Swiss Web 2026

Aus insgesamt 40 Einreichungen wurde das Projekt mit der Silbermedaille in der Kategorie «Public Value» ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere den hohen gesellschaftlichen Mehrwert, der über rein kommerzielle Ziele hinausgeht und einen positiven Beitrag für verschiedene Anspruchsgruppen leistet. Bewertet wurden dabei unter anderem die Konsistenz in der User Führung, die kreative Umsetzung sowie Aspekte wie Accessibility, Datenschutz, UX/UI-Design und die Substanz der Kommunikation.

Projektbeteiligte bei der Feier am BOSW 2026.

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Lena Altorfer

Director Creative Strategy & Transformation

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